Was ist ein Tragus-Piercing?
Ein Tragus-Piercing ist das Durchstechen des kleinen Knorpelstücks im Inneren des Gehörgangs. Es ist ein Blickfang, ohne aufdringlich zu wirken, und daher eine gute Wahl für alle, die sich ein dezentes und dennoch elegantes Detail wünschen.
Das Tragus-Piercing ist eine beliebte Alternative zu den klassischen Ohrläppchen- oder Helix-Piercings und verleiht dem Ohr mehr Ausdruck. Es passt sowohl zu minimalistischen als auch zu aufwendigeren Ohrpiercings.
Allerdings eignen sich nicht alle Körperformen für ein Tragus-Piercing unter optimalen Bedingungen. Bei manchen Menschen ist der Tragus zu klein, zu dünn oder nicht ausgeprägt genug, um ausreichend Platz für den Schmuck zu bieten.
Deshalb ist eine Beratung mit einem professionellen Piercer unerlässlich, bevor man sich entscheidet: Er wird prüfen, ob Ihre Anatomie mit diesem Piercing kompatibel ist und Ihnen die harmonischste Platzierung vorschlagen.

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Was kostet ein Tragus-Piercing?
Ein Tragus-Piercing kostet in der Regel zwischen 30 und 70 Euro. Der Preis variiert je nach Studio, Erfahrung des Piercers, Qualität der Ausrüstung und gewähltem Schmuck.
In manchen Studios ist der angegebene Preis bereits im Piercing-Schmuck enthalten. In anderen Studios wählt man den Schmuck separat aus, und er wird zusätzlich zum Piercing-Preis berechnet. Fragen Sie am besten vor dem Piercen nach einem detaillierten Kostenvoranschlag, um unangenehme Überraschungen an der Kasse zu vermeiden.
Bedenken Sie, dass ein höherer Preis strengere Hygienestandards, hochwertige Ausrüstung und die Verwendung biokompatibler Materialien wie Titan nach ASTM F-136 widerspiegeln kann. Bei Knorpelpiercings steht die Sicherheit an erster Stelle, nicht der niedrigste Preis.
Sind Tragus-Piercings schmerzhaft? (Schmerzen und Heilung)
Seien wir ehrlich: Knorpelpiercings sind nie besonders angenehm, und das Traguspiercing bildet da keine Ausnahme. In der Praxis empfinden die meisten Menschen den Schmerz jedoch als durchaus erträglich.
Das Tragus-Piercing gehört zu den am wenigsten schmerzhaften Knorpelpiercings. Man spürt meist nur einen deutlichen Druck, ein recht kräftiges Zwicken für etwa eine Sekunde, statt anhaltender Schmerzen. Der Schmerz wird im Allgemeinen mit 2 bis 4 von 10 bewertet.
Die angewandte Technik spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Ein professioneller Salon, der mit scharfen, sterilen und geeigneten Nadeln (oft als „Klingennadeln“ oder amerikanische Nadeln bezeichnet) arbeitet, ermöglicht eine präzise und schnelle Behandlung und macht das Erlebnis dadurch angenehmer.
Umgekehrt kann die Verwendung eines Katheters manchmal etwas weniger invasiv und daher etwas unangenehmer sein. Wenn Sie sich für dieses Thema interessieren, können Sie unseren ausführlichen Artikel lesen:
Worin besteht der Unterschied zwischen einem Piercing, das mit einer Klinge und einem mit einem Katheter gestochen wird?
Natürlich ist Schmerzempfinden subjektiv: Jeder empfindet ihn anders, abhängig von seiner Schmerzempfindlichkeit, seinem Erschöpfungszustand und seinem Stresslevel. Zur optimalen Vorbereitung empfehlen wir Ihnen unseren Leitfaden zu den Grundlagen des Ohrlochstechens, insbesondere den folgenden Abschnitt:
" Wie man sich auf das Stechen eines Piercings vorbereitet "
Wichtig: Vertrauen Sie niemals einem Studio, das Piercingpistolen für Tragus- oder Knorpelpiercings im Allgemeinen verwendet. Diese Pistolen lassen sich nicht ordnungsgemäß sterilisieren und können den Knorpel verletzen, wodurch das Risiko von Komplikationen steigt.
„Schmerz ist relativ, aber im Allgemeinen fühlt sich ein Tragus-Piercing eher wie ein kurzer Druck als wie ein tatsächlicher Schmerz an.“
Für die vollständige Heilung des Knorpels sollten Sie durchschnittlich 6 bis 12 Monate einplanen. Die ersten Monate sind besonders empfindlich: Die betroffene Stelle kann anschwellen, sich röten oder auf leichten Druck (z. B. durch Kissen, Kopfhörer oder Handy) reagieren. Dies ist ein Durchschnittswert; jedes Ohr heilt in seinem eigenen Tempo.
Nachsorge für ein Tragus-Piercing
Wie alle Knorpelpiercings benötigen auch Traguspiercings regelmäßige und schonende Pflege, um richtig zu verheilen. Eine gute Nachsorge hilft, Reizungen zu minimieren und das Risiko von Komplikationen zu reduzieren.
Reinigung und Hygiene
Reinige dein Tragus-Piercing zweimal täglich mit steriler Kochsalzlösung oder einer milden, pH-neutralen Seife und spüle es anschließend gründlich mit klarem Wasser ab. Vermeide aggressive Produkte (Alkohol, Wasserstoffperoxid, starke Antiseptika), da diese die Haut reizen und die Heilung verzögern können.
Wasche dir immer die Hände, bevor du dein Piercing berührst. Vermeide es, den Schmuck zu manipulieren, zu drehen oder damit zu spielen: Das fördert die Heilung nicht, ganz im Gegenteil.
Reizungen und Verletzungen vermeiden.
Um Komplikationen vorzubeugen, sollten Sie Reibung und Druck auf die betroffene Stelle möglichst vermeiden. Seien Sie vorsichtig mit Haarspray, Shampoos (insbesondere blauen und farbgebenden Shampoos), Haarfärbemitteln und übermäßiger Luftfeuchtigkeit, da diese das Piercing reizen können.
Seien Sie außerdem vorsichtig mit Ohrhörern, Kopfhörern und wenn Sie Ihr Handy ans Ohr halten: Diese alltäglichen Handlungen können direkt auf den Tragus drücken und chronische Reizungen verursachen.
Unsere Tipps für die richtige Heilung deines Piercings
Mögliche Risiken und Komplikationen
Bei korrekter Nachsorge heilt ein Tragus-Piercing in der Regel ohne größere Probleme ab. Dennoch ist es wichtig, die wichtigsten Anzeichen zu kennen und darauf zu achten.
In den ersten Wochen treten häufig leichte Rötungen, mäßige Schwellungen, Druckempfindlichkeit oder ein klarer bis leicht weißlicher Ausfluss auf. Dies sind normale Reaktionen im Rahmen des Heilungsprozesses.
Bestimmte Anzeichen sollten Sie jedoch alarmieren:
- sehr intensive Rötung, die mit der Zeit nicht abnimmt;
- deutliche Hitze bei Berührung, intensive oder pochende Schmerzen;
- dicker, gelber oder grünlicher Ausfluss;
- Auftreten eines stark entzündeten Knotens oder einer schnell wachsenden Wucherung.
In solchen Fällen ist es ratsam, sich umgehend von Ihrem Piercer untersuchen zu lassen. Sollten Sie Fieber bekommen oder die Schmerzen stark werden, kontaktieren Sie bitte ebenfalls einen Arzt.
Da das Tragusgelenk Reibung ausgesetzt ist (z. B. durch Ohrhörer, Handy oder Haare), können sich bei wiederholter Reizung unangenehme Knötchen oder Wucherungen bilden. Am wichtigsten ist es, Ruhe zu bewahren, den Schmuck nicht selbst zu entfernen und professionellen Rat einzuholen.
Wann sollte man seinen Tragusschmuck wechseln?
Um den Heilungsprozess nicht unnötig zu verlängern, ist es wichtig, mit dem Wechsel des Tragus-Schmucks ausreichend Zeit zu warten. Auch wenn die vollständige Knorpelheilung 6 bis 12 Monate dauert, kann ein erster Schmuckwechsel in der Regel schon etwas früher in Betracht gezogen werden.
Grundsätzlich wird empfohlen, mit dem Austausch des Tragusschmucks mindestens 2 bis 3 Monate zu warten, und auch nur dann, wenn:
- Das Piercing zeigt keine deutliche Rötung oder Berührungsempfindlichkeit mehr;
- Es liegt kein abnormaler Blutfluss vor;
- Ihr Piercer bestätigt, dass der Heilungsprozess dies zulässt.
Der Knorpel stabilisiert sich nach dieser ersten Veränderung noch einige Monate lang. Deshalb wird dringend empfohlen, die erste Veränderung von einem Fachmann durchführen zu lassen, der die Schmucklänge anpassen und einen reibungslosen Ablauf gewährleisten kann.